Auflage: 1. Umfang (Seiten): 304 Format: 13 x 21 cm Ausstattung: gebunden mit Schutzumschlag, mit Lesebändchen Programmsparte: Sachbuch Art.Nr.: 1396 ISBN-13: 978-3-7666-1396-7
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Rezensionen
Vampire. Monster - Mythos - Medienstar
Vampire boomen – immer noch. Im gut sortierten Bahnhofsbuchhandel findet sich unter Umständen sogar ein ganzer Tisch, der unter dem schieren Gewicht der Veröffentlichungen (Marke: triviale Massenware) zusammen zu brechen droht. Doch natürlich ist der Vampir mehr als der momentane Trend und das unbedingte Bedürfnis der Verlage, so viel Blutsauger auf den Markt zu werfen wie dieser nur irgendwie verkraften kann. "Das Thema Vampir, sein Wesen, sein Motiv, ist alles andere als trivial," sagt Florian Kührer, Autor des vor kurzem erschienenen Sachbuchs "Vampire. Monster, Mythos, Medienstar". Recht hat er.
Nun gibt es auch an wissenschaftlicher Literatur keinen Mangel, auch wenn eines der Standardwerke zum Thema, "Von denen Vampiren und Menschensaugern" von Sturm und Völker, schon seit Jahren vergriffen ist. Wer sich über den historischen, den literarischen, den filmischen Vampir informieren will oder wer an den Gender- bzw. Rassenaspekten interessiert ist, dem stehen eine Fülle an Veröffentlichungen zu Verfügung. Wer jedoch alles in einem gut lesbaren und vor allem aktuellen Buch lesen möchte, dem sei Kührers Rundumschlag ans Herz gelegt.
Leser, die Vorwissen mitbringen, werden schnell den roten Faden erkennen, an dem Florian Kührer sich durch Geschichte und Kunst vorarbeitet. Der Aufbau seines Buchs ist demnach ausgesprochen logisch – man bekommt bei der Lektüre fast den Eindruck, die Geschichte des Vampirs konnte nur so und nicht anders verlaufen, weil Kührer so anschaulich zeigt, wie bestimmte Entwicklungen aufeinander aufbauen. Natürlich startet auch er beim Volksglauben in Ost- und Mitteleuropa und rekapituliert die berühmten Vampirfälle des 18. Jahrhunderts, die – gut dokumentiert von eifrigen Beamten und Ärzten – in die Geschichte eingingen und zu ihrer Zeit den Siegeszug des Vampirs im Westen markierten. In Form von Zeitungs- und Magazinartikeln, die die Vampirseuche beschrieben, wurde die Idee des Vampirs schon damals zum Medienstar. Interessant sind hierbei die Trennlinien, die Kührer zieht. Als Romanist bringt er einen differenzierten Blick mit für die Wechselwirkungen zwischen Ost und West, Fremdartigkeit und Vorurteil. Denn was die damaligen (westlichen) Medien aus dem Wiedergänger der osteuropäischen Nachbarn gemacht haben, hat seiner Meinung nach wenig mit den tatsächlichen Gegebenheiten zu tun. Zum einen saugt der osteuropäische Vampir kein Blut (stattdessen beraubt er – in der Regel seine Familie – der Lebensenergie, bis diese ihm ins Grab folgt) und zum anderen ist auch der Begriff "Vampir" einer, der dem Wesen vom Westen übergestülpt wurde. In Rumänien zumindest, dem Land, das wir gemeinhin als Ursprungsland der Vampire ausmachen, gibt es das Wort gar nicht. Es wurde später sozusagen reimportiert, als das Land feststellte, dass alle Welt annahm, dort auf den Spuren Draculas wandeln zu können. ...
Vampire. Monster – Mythos – Medienstar will mit kritischem Blick die Motivstränge des Vampir-Mythos aufdröseln und gleichzeitig ein bisschen Ideengeschichte betreiben – den Wandel des Vampirs vom schädlichen toten Nachbarn zur glitzernden Popikone. Dazu gliedert der Autor sein Werk in drei Abschnitte auf, die zwischen 50 und 132 Seiten lang sind.
»Vampire: Monster-Mythos-Medienstar“ von Florian Kührer
»Schon wieder ein Vampir-Buch“, würde so mancher glauben. In seinem Buch »Vampire – Monster, Mythos, Medienstar“ stellt Florian Kührer den Grafen jedoch von einer ganz anderen Seite vor: Das Buch beißt sich buchstäblich durch die Etappen der Blitzkarriere eines Vampirs durch und erklärt, wie ein im Volksglauben entstandenes Wesen heute solchen Erfolg feiern kann. Denn sorgfältig muss zwischen jenem Monster unterschieden werden, das in den Gazetten des Okzidents groß geworden ist, und demjenigen, das durch Kino und Literatur eine große Veränderung erlitten hat.
Pünktlich zum neuen Jahrhundert überrollt uns eine Welle von Vampirgeschichten in der Form von Romanen, Filmen und Fernsehserien. Zielgruppe sind diesmal hauptsächlich kleine Mädchen. Florian Kührer berichtet über diese Produkte genauso liebevoll wie über alles andere. Insgesamt macht das zwar nur einen relativ kleinen Teil des Buchs aus, doch wünscht man sich, dass er ihm viele zusätzliche kleine Käuferinnen beschert. Die müssen es auch nicht unbedingt ganz durchlesen, Hauptsache, der Autor bekommt sein wohlverdientes Blutgeld.
Die Vampire sind zurück! Ob als blutgierige Monster, aristokratische Einzelgänger, sensible Feingeister oder als Ziel erotischer Schwärmereien - die Grenzgänger zwischen Leben und Tod haben nichts von ihrer Jahrhunderte langen Faszination verloren. Als Geschöpfe menschlicher Phantasie sind sie Spiegel unserer Ängste und Wünsche und zugleich Fenster zu einer anderen Welt. Was ist ihr Geheimnis? Und wo liegt die Grenze zwischen Mythos und Realität? Florian Kührer entwirrt mit kritischem Blick die Motivstränge des Vampir-Mythos und erzählt dabei die Geschichte vom Aufstieg eines Dorfmonsters zu einem größten Popstars der Moderne.