Auflage: 1. Umfang (Seiten): 237 Format: 13 x 21 cm Ausstattung: gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen Programmsparte: Sachbuch Art.Nr.: 1357 ISBN-13: 978-3-7666-1357-8
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Rezensionen
Das Heilige
Der Kölner Theologe Alex Stock greift auf Aufsätze der Jahre 1985 bis 2006 zurück, die er nun in zwei Blöcken (»Dichten und Denken" / »Römische Tradition") zu je acht Abschnitten angeordnet hat. Dabei geht er auf eigen(willig)e, in seiner achtbändigen »Poe tischen Dogmatik" erprobten Art vor, mit besonderer Vorliebe für das Latein. Bis in sprachliche Einzelanalyse hinein lotet er den Gehalt von Schlüsselbegriff en in Gesangs- und Gebetstexten aus. Anhand ausgewählter Beispiele kommt er zu dem Schluss, dass neuere Textproduktionen - aus vermeintlich pastoraler Rücksicht - einseitig auf Allgemeinverständlichkeit setzen. Dem hält er andere Maßstäbe entgegen wie: poetisch reizvoll, traditionellvolkstümlich bewährt, Sprachrhythmus und Sprachklang.
Zwar beklagt Stock einzelne Auswirkungen der nachkonziliaren Liturgiereform, verwirft diese aber nicht als Irrweg - in wohlwollend-kritischer Absetzung etwa von Martin Mosebach. Welche liturgischen Texte auch immer amtlich vorgelegt werden - sie bedürft en gekonnter Darbietung mit geeigneter Sprechrichtung im Raum. Im Hinblick auf eine »Reform der Reform" mahnt das Buch, beim liturgischen Vollzug die Kunst und das Heilige gebührend zu respektieren.
Während das neue "Gotteslob" und das neue Messbuch langsam Gestalt annehmen, stellt Alex Stock hier aus aktuellem Anlass die Gestaltung der Liturgie nach der Reform durch das Zweite Vatikanische Konzil einmal grundsätzlich auf den Prüfstand. Bei allem Gewinn der Sprachreform, so seine Feststellung, wurde im Eifer der Neugestaltung die theologische Poesie der Lieder und Gebete nicht selten übersehen oder sogar übergangen. Doch kritische Aufmerksamkeit für die Sprache heißt auch, den Reichtum der Überlieferung für die Zukunft zu bewahren. Wahrheit und Schönheit, Begriff und Bild, Intellekt und Emotion - sie gilt es im christlichen Gottesdienst schöpferisch zusammenzuhalten. Eine nuancierte Analyse mit Relevanz für die weitergehende
Reform der liturgischen Bücher, aber auch ein Plädoyer dafür, einen lebendigen Sinn für die Sprache des Gottesdienstes zu entwickeln.