Auflage: 1. Umfang (Seiten): 275 Format: 13 x 21 cm Ausstattung: gebunden mit Schutzumschlag, mit Lesebändchen Programmsparte: Sachbuch Art.Nr.: 1397 ISBN-13: 978-3-7666-1397-4
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»Islam und Europa: kein Gegensatz“: Diese – für viele provokative These – steht hinter diesem bemerkenswerten Sammelband. Sie wird mehrfach belegt. So wird daran erinnert, dass im östlichen Teil Europas, im Bereich Russlands, das bis zum Ural ja auch zu unserem Kontinent gehört, viele Muslime leben. Auch weite Teile der Türkei sind europäisch. Dazu kommt die massive Präsenz der Muslime in der Geschichte, so in Spanien und z.B. auf Sizilien. Vor allem aber gibt es auf dem Balkan seit Jahrhunderten zahlreiche Muslime. Dabei gilt der bosnische Islam mit seinem »europäischen Gesicht“ als zukunftsweisend. Er steht im Mittelpunkt des Buches. Christliche und muslimische Autoren entwickeln Perspektiven und Impulse, die zu einem unverkrampfteren Umgang mit den Muslimen beitragen. Leider wird das Buch wohl kaum von jenen gelesen, die es am nötigsten hätten …
Noch was: Keine der monotheistischen Religionen entstand in Europa. So ist jede "importiert". Wenn wir uns auf "Eigenes" beschränken, müssen wir keltisch oder germanisch glauben .....
Wie könnte ein Islam aussehen, der sich bewußt mit dem europäischen Kontext auseinandersetzt? Gibt es überhaupt eine bis in die Glaubensinhalte hinein spezifisch europäische Form des Islam? Oder bedarf der immer und überall gleiche Islam nur einiger organisatorischer Anpassungen? In dieser Debatte um Universalität und Inkulturation wählt der vorliegende Sammelband eine paradoxe Option: Er wendet sich einem spezifischen kulturellen Hintergrund zu, um in ihm einen Islam zu finden, der weniger stark an die Herkunftstraditionen gebunden und damit leichter in die europäische Gegenwart einzupassen ist: Dies, so die Grundthese des Buches, ist der bosnische Islam. ...
Angesichts der gegenwärtigen Debatten um eine christlich-jüdische Leitkultur und das vermeintliche Scheitern von Multikulti, ist das hier anzuzeigende Buch unbedingt zu empfehlen und ein Muss für alle, die kompetent mitreden wollen. Es begibt sich auf die Suche nach Konturen und Eigenschaften eines Islam in Europa und nimmt dabei seinen Ausgangspunkt beim bosnischen Islam, der auf dem Balkan gewachsen ist und eine lange Geschichte des Miteinanders von Muslimen, Juden und Christen, sowohl unter dem Vorzeichen der osmanischen als auch der österreichischen Herrschaft, kennt. Mit der »Deklaration europäischer Muslime“, die 2005 von Mustafa Ceric, dem Grossmufti der bosnischen Muslime, als Reaktion auf die Terroranschläge in New York, Madrid und London verfasst wurde, macht das Buch einen eminent wichtigen Text einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich und bietet eine katholische, eine evangelische und eine islamische Reaktion darauf. Zukunftsperspektiven werden am Beispiel einer oberbayrischen islamischen Gemeinde, anhand des islamischen Religionsunterrichts und mit Überlegungen zur Zukunft des Islam in Europa aus deutscher muslimischer Perspektive aufgezeigt. ...
Das Buch zeigt, wie eine Integration des Islams in die europäische christlich geprägte Gemeinschaft gelingen kann. Mit seinem beispielhaften Integrationswillen wird der bosnische Islam vorgestellt und es werden konkrete Perspektiven für eine positive Entwicklung der Beziehung Islam - christliches Europa aufgezeigt.
Der Islam in Europa - die erhitzten Debatten über Kopftücher und Minarette haben auch dem letzten klar gemacht, dass der Islam schon längst ein europäisches und damit deutsches Thema ist. Die Integrationsfrage ist zum Dauerthema geworden und fordert neue Antworten jenseits von Stereotypen. Am Modell der bosnischen Muslime, die schon lange einen in Europa beheimateten Islam leben, setzen sich christliche und islamische Autoren mit Strukturen und Traditionen, aber auch mit dem Ruf nach Wandel und Weiterentwicklung des Islam auseinander. Dabei zeigen sie nicht nur praxisrelevante Perspektiven für das Zusammenleben auf, sondern wagen sich auch die Frage der staats- und gesellschaftspolitischen Bedeutung des Islams.